Endlich – und das ist gut so

Ach T,

heute ist geschehen, was wir beide bei unserem letzten rollatorfreien Spaziergang für wahrscheinlich gehalten: In der letzten Sitzung vor der Sommerpause kommt das Thema „Ehe für alle“ im Bundestag durch, wenn vorher der „Fraktionszwang“ aufgehoben. Beide haben wir zu denen gehört, die jahrelang dafür gestritten. Es ist gut so, dass diese fast 30 Jahre währende Debatte ein Ende hat, auch wenn manche das noch nicht glauben wollen.

Wir haben eine Zeit lang immer wieder drüber gesprochen, ob wir uns verpartnern wollen und haben uns dagegen entschieden. Wir wollten keine eingetragene Liebe zweiter Klasse, bei der jede Familienstandsangabe outet, die ausschließt Kinder adoptieren zu dürfen und vieles anderes mehr. Gern hätten wir mit Kindern gelebt. Den Weg einer künstlichen Befruchtung wollte keine gehen. Als ungerecht haben wir es beide erlebt, das die Krankenkassen diesen Weg nur bei Eheleuten unterstützen.

Wir wollten heiraten , sobald es möglich … haben mit manchen Menschen drüber gesprochen, unseren Eltern und Geschwistern, oft mit L und B, die sich auch nie ein zweitklassiges Ja-Wort geben wollten.

L rief heute morgen an. Nach ihrer letzten Chemo hat sie nun weitere Haare gelassen und überm Klo gehangen. Sie hat heut morgen Bundestag geglotzt wie ich. Sie möchte B gern heiraten, wenn sie auch mit den Strahlen durch ist, die nach der Chemo auf zu kommen könnten.

Ich wünsche es den beiden.

 

 

 

 

 

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