Grau ist der Morgen

Grau ist der Morgen, als mich  meine Blase weckt. Es duftet nach Kaffee, Licht im Wohnzimmer, B sitzt am Tisch. Wir umarmen uns. Magst du? Ich nicke, hol einen Becher.

K, ich hab so schlimm  geträumt wie nie … Magst du erzählen?  Schweigen. K, legst du deinen Arm um mich? Wir setzen uns auf’s Sofa.

Ich hab L ins Gas geschickt. In meiner Lieblingsjeans und einem rosa Hemd, stand ich auf der Rampe und hab genickt. Stumm sitzen wir da.

B weint, ich streichle ihren Arm, hole die Küchenrolle. B  greift meine Hand. Daumen streicheln stimmlos. Ich habe Auschwitz in den Knochen und da nie gelebt. Mmm. Wir schweigen, halten einander, streicheln.

K,  ich  liebe L, so wie sie ist. Mmm. Wir schweigen, halten einander, streicheln. Daran hab ich noch  nie gezweifelt. Mmm.

K? Mmm.  War Auschwitz auch ein Thema. Oh ja. Auch in Träumen.

B, mein Urgroßvater war Stationsvorsteher  im Bahnhof von Ponarth, über den so viele Züge mach Auschwitz gingen. T’s Vater ward über diesen Bahnhof gefahren… Ob mein Urgroßvater dabei war?

Es hellt, B schaut auf die Uhr. Ich muss, sagt B, geht ins Bad.

Ich gehe in die Küche, mache Bürokost. L schnarcht. Danke, sagt B. Ich muss. Mmm.

Wir umarmen uns. Danke, dir auch. Einen  Zettel für L habe ich auf den Tisch gelegt. Bis bald. Mmm.

B geht die Treppe runter, ich geh unter die Dusche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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