Auf lange Haltbarkeit

Kurz vor Feierabend, B ruft an. L schläft. Treffen wir uns am Wurststand? Ich brauche eine Currywurst.

Wir treffen uns. Schlimm, frage ich die B. Alles gut, ich brauch nur mal was Herzhaftes. Heute Morgen Griesbrei, heute Abend Milchreis …. Jetzt brauch ich auch eine Wurst, von Milchreis wird mir schlecht, bevor ich satt bin. B, immerhin besser als Schlunz. Mmm.

K, weisst du was so gut ist? Nee. Das L im Garten malen kann. Mensch, B, die fährt doch Achterbahn und malen ist ihr Weg, sich auszudrücken. Wir radeln in den Garten.

L liest in der Hängematte. Du schmeckst nach Currywurst, sagt L nachdem sie B geküsst und grinst. Der Milchreis quillt in Decken.

Kaffee? Gerne. Für mich lieber Kakao mit Schuss, bitte zwei Becher.  Ich gehe in die Hütte.

Wir sitzen unterm Apfelbaum, trinken, reden. Nach dem Essen wollen wir eine kleine Runde paddeln.

U kommt angescheppert. K, kannst du mir helfen, jemand hat die Lampe von meinem Fahrrad zerschossen. Wie das ? Es stand hinterm Tor. Ein Ball ist voll daneben gegangen. Mache ich. Darf ich Kakao, oder ist das deiner L? L nickt, U holt einen Becher. U, kannst du vorher in den Fahrradladen fahren und eine Lampe kaufen, ich gebe ihm Geld, er düst los, ist bald zurück. Erzählt wie es hinter der Bühne war. Komm sagt B. Kannst du das auch? Mmm.

L erzählt vom Telefongespräch mit der Onkologin, wir decken den Tisch.

B hat gesagt, ich darf mit euch essen. Mmm. Paddeln auch. B bleibt dann hier. K, ich brauch dein Handy, damit Mama Bescheid weiss. B, ich bleibe hier. Danke.

K, ihr hattet was von Reis gesagt, ich dachte es gibt Chili. U, das würde ich jetzt auch lieber essen, sagt L. Die Medikamente, die ich bekommen habe, machen, das alles was scharf ist, in meinem Mund weh tut. Deshalb habe ich Milchreis gemacht. Ach so. U kostet. L, das schmeckt viel besser als in der Schule. Vor allem das Apfelmus. Ist das auch von dir? Ich schlucke, auf dem Glas ist die Schrift von T. T hat das gemacht, sagt B. Mmm. L ich wünsche dir, das du haltbarer bist. Das wünschen alle hier am Tisch, sagt L.

Satt trage ich mit B die Boote zum Fluss. Sie paddeln los.

Ich wasche ab, leere das Klo, schliesse den Schuppen ab, schwinge auf der Schaukel. T und B haben sie für mich gebaut, seinerzeit zum 40.

Wir tragen die Boote nach oben, schliessen die Hütte ab, steigen auf die Räder.

Im Bahnhof umarme ich die die B, zwei Räder schiebe ich nach Hause. L geleitet B zum Gleis.

L sitzt am Tisch, es duftet nach Pfefferminztee. Ich stelle die Flaschen ab. Mit oder ohne, fragt L, ohne. Wir umarmen  uns.

Ich packe den Rucksack aus, setze mich zu L. Wir schauen einander in die Augen. Auf lange Haltbarkeit, sagt L. Wir stoßen an.

 

 

 

 

 

 

 

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