Teamwork

Ich will ausschlafen, sagt der Zettel auf dem Küchentisch. Dass L heute Nacht wieder gebügelt hat, sah ich schon im Bad. Ich fülle die Maschine, räume die Blusen weg, trinke Kaffee und schaue im Netz, was sich in der Welt so tut. Ein Brötchen auf den Toasteraufsatz, unter die Dusche. Ich schäume meine Haare. Es […]

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Sturm

Sturm nur Sturm war heute Nacht, wie in jedem Herbst, Hochwasser auch wie andernorts. Äste, Bäume sind gefallen. Die Marzipanfabriken sind nicht abgesoffen. Ob auch Dachdecker brachen entzwei? Aufgewacht sind wir nacheinander von Heulen, Jaulen, Klappern, haben  bei Fencheltee Skat gespielt. Blaulichter flackern; wir reizen, schlaflos, Scheiben wimmern. L legt das nächste Ass und hat […]

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Herbsturm

Den Keller haben wir getrocknet mit dem Nachbarn. Wir sitzen in der Küche bei Tee und Apfelkuchen.  Regen klatscht an die Scheibe, die Böhen pausen. Dachziegel fallen vom Nachbarhaus. B schaut mich an. Gehen wir fragen, ob die Hilfe brauchen. Ich nicke, wir stehen auf. L sagt, ich kann nicht mehr, B gibt ihr einen […]

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Ab morgen soll es Stürmen

Ohne Jacke radle ich nach frühem Feierabend los, kaufe Brötchen, Käse, Trauben. Im Garten stehen Staffelei und Stuhl; die Malerinnen schlafen in der Hängematte. Ich ziehe mich um und streife durch die Beete. Ruhe, Herbstduft, Sonne. C schleicht sich an und flüstert. Wir müssen leise sein, bist du mein Pferd? Ich nehme sie auf den […]

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Taktlos beim Tanztee

Ich schließe das Fahrrad an und triefe in den Keller, klopfe an. L schneidet Holz. Magst du Kaffee. Ich gehe nach oben, hänge die nassen Sachen auf, fülle die Maschine, putze Blumenkohl. Wir trinken Kaffee. K, schleifst du die Messer, ich trau mich nicht an die Maschine. Später. Ich möchte erst mal kochen. Mmm. Wir […]

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Halbzeit

Ich fahre den Rechner runter, es klopft. L, was führt dich hierher? Das Wetter. Was hältst du von Paddeln, statt Konzert? Viel; vorher brauche ich was zu essen. Ich habe Brötchen geschmiert. Wir radeln los, essen, trinken Kaffee, tragen das Boot und legen ab. K? Mmm. Ich habe den Termin verlegt, ich kann jetzt morgens […]

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Schwester im Keller

Bin im Keller, ein Zettel auf dem Tisch. Ich packe den Rucksack aus, gehe runter, klopfe an. Komm rein. Ich ziehe mir den Kittel an,  jetzt kann ich dich umarmen. K, was siehst du? Dich als halben Rückenakt, mit leicht gesenktem Kopf und verschränkten Armen, wie du manchmal stehst. Die Frau, die auf dich zu […]

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Blusen, Bücher, Vorstreichfarbe

Mich weckt die Blase. Licht wärmt den Flur, Bügelduft, leise tönt das Wohltemperierte. Blusen hängen, ich schließe die Tür, setze mich, wasche Hände, nehme dem Bademantel, gehe ins Wohnzimmer. L steht am Bügelbrett, legt das Eisen aus der Hand K! Wir umarmen. Ich weiß, du bist nachts oft wach? Warum bügelst du jetzt unsere Büroblusen? […]

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Am Morgen

Ich wache auf, es graut ganz zart, ich radele zum Bäcker. Ich koche Kaffee und trinke, lese Zeitung. B kommt rein, im Schlafgewand, holt sich einen Becher, gießt ein. Ich lege die Zeitung fort; wir trinken, lauschen dem Regen, bei offener Balkontür. Alder, wieviel PS? Die Waschstraße ist nebenan. K?! Mmm. Was machen wir heute? […]

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Liebeserklärung

Mit L stehe ich oben an der Bahnsteigtreppe. Der Zug fährt ein. Menschen, Menschen, Menschen … Der helle Schopf von B. Wir winken. B kommt die Treppe hoch. Die beiden herzen sich. B, ich habe keine Challa gebacken. B küsst L noch einmal, du bist mir wichtig. Umarmungen, Küsse. Auf dem Heimweg kaufen wir Hefe. […]

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Fluß

I, soll ich hier weiter meine Zeit absitzen oder kann ich heute Mittag gehen? Wieso? In der EDV geht nix, was ich noch brauche, außer der Zeiterfasssung. Ich bin froh, dass es sie endlich gibt. Wieso? Vielleicht verändert sie deine Wahrnehmung. Mmm, was soll ich dazu sagen? Das kannst nur du entscheiden. Geh mal, aber […]

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Veränderungen

Ich komme in den Garten. L schläft in der Hängematte. Ich ziehe mich um, koche Kaffee, setze mich mit einem Buch unter den Apfelbaum. K, du hier? Heute ist doch Chor. Mmm, singen kann ich auch wenn es stürmt und regnet. Heute möchte viel lieber mit dir paddeln, vielleicht noch Feuer machen. Klingt gut, kommst […]

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Handys werden überbewertet

K, wir müssen reden, schreibt B. Ich lese in der Mittagspause. Was mag sie mir sagen wollen? Ich drücke den Bildschirm, sie geht nicht ran. Ich widme mich dem Schreibtisch. Auf dem Weg nach Hause sehe ich meine Mutter an einer Ampel stehen und halte an. Gehen wir einen Kaffee trinken? Gerne,  ich will zur […]

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Alternativlos?

Wieder radle ich frischgebügelt ins Büro, indem der Stillstand  furzt. Ich tue es auch. Gern lutschte ich mir aus purer Langeweile, grad am kleinen Zeh. Im Garten ginge das auch unter ZeugInnen. Am Schreibtisch lebe ich Hausverbot und Weitermachen, nur wegen der Miete und dem Essen?  

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Sommer im Herbst

Ich ziehe Schuhe und Socken aus, als ich im Garten ankomme. B kniet im Beet, steht auf. Ich umarme dich jetzt besser nicht. Schläft L? Mmm. Kaffee? Gerne. B giesst aus der Thermoskanne. Wie war dein Arbeitstag? Immer noch Chaos, die Datenbanken, hatten heute keine Ziffern mehr, der Admin ist krank, die  Geschäftsführung mailte, dass […]

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Sonntag

Mit Augenringen sitzen wir am Frühstückstisch. Die Brötchen lächeln, wir starren. Ich in den Kaffeebecher, L ins irgendwo. Links Joghurt, rechts Ei. Irgendwo ist K, sie konnte gerade krabbeln. L macht das Radio an, ich gehe duschen, kehre zurück im Bademantel. B hat angerufen. Mmm. Nichts stimmt. K , hast du Hunger? Nee. Ich muss […]

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Wechselbad

Wir pflanzen den Kischbaum, schwimmen kurz im kühlen Fluss. L malt und schläft, ich flicke das Dach, gehe mit C zum Spielplatz.

Wir essen unterm Apfelbaum in kurzen Ärmeln und freuen uns.

Wir paddeln ins Café, sitzen in Sonne, feiern das Leben mit Torte und Milchkaffee. K, kommst du morgen mit, in’s Symphoniekonzert. Was gibt es? Kindertotenlieder. Gerne. Da müssen wir früh los, damit wir noch Karten kriegen. Habe ich doch längst, L grinst.

Ich stehe auf umarme L, küsse ihren Scheitel. Du hast Farbe auf dem Kopf. Immerhin, sie klebt nicht in den Haaren. L streichelt meine Arme, wann hast du sie zuletzt gehört? Live? Mmm. Mit euch, in der grossen Stadt. Als T mitgespielt? Mmm, am Vorabend hatten wir uns gefetzt. Was machen wir mit der Karte, die ich für B gekauft? Magst du E fragen? Gute Idee, hast du ein Telefon? Ich reiche.

Ich gehe zum Klo und zahle. E kommt mit. Ich nehme L in den Arm, küsse ihren Scheitel. Ich freue mich, dein verschmitztes Grinsen wieder zu sehen. Ich übe mich.

Paddeln wir? Wir müssen doch noch … ist erledigt.

„Jetzt fahren  wir über’n See“ singen wir im Boot, im Kanon.

Wir legen an, tragen das Boot, Ich leg mich in die Hängematte und schlafe ein.

Pfeifend radeln wir zur Wohnung.

Vor der Tür stehen Rettungswagen, Babynotarzt. Nur K kann es sein, die uns noch gestern angelächelt. Stumm schauen wir uns an, gehen nach oben.

L wäschst ab, ich hänge Wäsche auf und ab. Wir essen Abendbrot, sehen Tagesschau, telefonieren, lesen vor. L geht ins Bad, ich bring den Müll noch runter.

Vor der Tür ein Leichenwagen. Vor mir gehen die schwarzen Männer die Treppe hoch, mit einer kleinen schwarzen Reisetasche; ich brauche das Geländer.

Ich sage L, was ich gesehen. Wir schweigen starr. Gehen wir ’ne Runde? Mmm.

Wir legen uns ins grosse Bett, halten einander fest. Ist dir auch so kalt? Mmm.  Gehen wir morgen? Jetzt erst recht. Irgendwann kommt Schlaf.

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Bunter Abend

Ich stopfe den Kühlschrank voll, setze Kaffee auf, putze das Bad. Der Schlüssel dreht im Schloss. K, lass mich auf’s Klo, dann kannst du weiter feudeln. Ich zieh den Tisch aus und hole das grosse Tuch und klappe Stühle. K, planst du ein Fest? Die Jungs kommen nachher zum Esse. Heute? Ich dachte morgen. Mit […]

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Konflikt

K, magst du Yogitee, fragt L, als ich nach Haus gekommen, ich habe vergessen Kaffee zu kaufe. Gerne, ich hänge die nasse Jacke auf, umarme L, schmiere mir ein Brot. Becher stehen auf dem Tisch, Milch und Honig, Tee auf dem Stövchen. Danke, ich trinke und beisse ab. L, wie war dein Tag? Bleiern, wie […]

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Nebenwirkungen

14 Grad sind es im Büro, als ich ankomme. I, was ist mit der Heizung. Ähm, ich weiss nicht. Redest du dich raus? Er starrt in den Kalender. I, hast du schon mal, was von Arbeitschutz gehöhrt. K, ich muss telefonieren. Ich gehe in den Keller. Der Tank ist voll. Ich fahre den Rechner hoch. […]

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Reich beschenkt

Improbüro mit Zupfkuchen und ohne Drucker. Endlich mal wieder Echtpost, als ich nach Hause komme, auch mit Füller,  Päckchenkarten, bestellt habe ich nichts. E knetet Pizzateig, Tomatensoße blubbert. Du? Hier? E küsst und umarmt  mich mit ihren Hefehänden. Das Telefon, Rosen auf dem ausgezogenen, gedeckten Tisch, L schläft grade, sagt E und magst du Kaffee? […]

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Geburtstagsmorgen

Vier Hände streicheln mich wach, noch vor dem Wecker. K, es ist gut, mit mit dir zu sein; die vertrauten Stimmen. L ziehe ich zu mir. Ich küsse ihren zarten Kopf; der B küsse ich die Hand und stehe auf. Teelichter brennen, im Flur, im Bad, auch auf dem Tisch. Misosuppe gibt es, Käsekuchen mit […]

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Paddeln wir heute

fragt L am Frühstückstisch. Die Sonne schält sich aus den Wolken. Wir schauen uns an und nicken. L legt sich nochmal hin. B wäscht ab, ich bügele Büröblusen, B putzt das Küchenfenster. Mich dürstet, ich gehe  in die Küche, fülle ein Glas am Wasserhahn. K, ist es es für dich o.K, wenn ich erst morgen […]

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Werkstatt- und Regengespräch

K? Ich schalte, die Drehbank aus. Traubenkirsche? Mmm. Darf ich? L nimmt das Schleifpapier, ich gebe ihr die Maske. Mist, ich seh das nicht, ich fühle den Ast nur, schleifst du weiter? Wo? Da. Das habe ich nicht gesehen, ich nehme noch mal den Stahl. L schleift und ölt. Wir sitzen auf der Hobelbank und […]

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Gummistiefel und Pommes

Die neuen Fensterläden sind grundiert und hängen. Tee mit B unter dem Apfelbaum. K, wie machst du das? Was? L, vergisst so viel, was längst besprochen. Mmm. Ich habe keine Lösung in der Hosentasche. Ich übe mich in Geduld, sage manches immer wieder, wenn sie fragt. Wenn sie das merkt, ist sie beschämt. Mmm. B, […]

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Voller Vormittag

L kommt von den Strahlen, hat Brötchen mitgebracht. Wo ist B? Sie schläft. Wie gut, sie hat mich festgehalten, die halbe Nacht. Hat sie erzählt. Magst du Tee? L nickt und nimmt die Kanne. Ich ziehe die Challa aus dem Ofen und setze mich zu L. Darf ich? Ich nicke. L legt den Kopf auf […]

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Bewegter Nachmittag

Ich fülle Cannelloni, der Sturm braust wild ums Haus.  Kaffee, fragt L, ich schrecke auf und nicke. L setzt auf. B hat angerufen, es fahren keine Züge. L geht zum Telefon. Ich reibe Käse. Du auch? Mmm. L giesst Kaffee in die Becher. B kommt, wenn die Strecke wieder frei, geht in der grossen Stadt […]

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Erste Strahlen

Im Regen schliessen wir die Räder an. L krallt meine Hand, mein Daumen streichelt. Goretexumarmung. Im Treppenhaus trocknen wir Brillen, pellen uns aus den Regenhosen. Gehen wir? Ich nicke. Tresen, Wartezimmer, tropfende Jacken, Regenschirme. Kommst du noch mit? Ich nicke. Bei den Strahlen muss ich raus. L nickt. Mama, guck mal, die Frau hat eine […]

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Bodypainting

K, bitte hilf mir mal. L kommt mit nacktem Oberkörper aus dem Bad, die wasserfesten Stifte in der Hand, spiegelverkehrt ist nicht meine Stärke. Bitte zieh die Linien nach. Ich nehme den Roten, Blau und Grün. Fertig? Noch nicht ganz. Ne Raupe zeichne ich auf ihre Schulter. Was soll das? Zum Üben. L geht zum […]

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Bevor der Morgen graut

Die Blase weckt mich, es duftet nach Essen. Ich leere sie, wasche Hände, gleite in den Bademantel. In der Küche füllen B und L Canelloni mit Spinat und Schafskäse. Magst du mit uns essen? Gern. Kaffee ist noch da, magst du? Erst will ich duschen. Zusammen trinken wir Kaffee. K, im nächsten Jahr würde ich […]

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Mittagsschlaf

Zwei Nächte, reich an Gesprächen und an Grauburgunder, arm an Schlaf; der Rechner ist gewartet. Ich stehe vor den Gästen auf, trinke Kaffee, radle zum Bäcker. G noch im Schlafgewand, er hat den Tisch gedeckt. Mehr Kaffee läuft, T zieht, G rührt Ei. W liegt in der Wanne. B schnitzt Obstsalat. Zu fünft sitzen wir […]

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Mit Wahl- und Genverwandten

Die Tante hatte sich die Ostsee gewünscht, nach ihrem Tod. Heute haben wir sie begleitet. Ein sehr kleiner Kreis. Ihr Mann spricht nie viel, heute war er wie versteinert. Nur meine Mutter hat geweint um die Cousine, die sie selbst noch ein Kind, schon in der Karre geschoben, in einer alten  der Ostsee nahen Stadt […]

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