Mit Wahl- und Genverwandten

Die Tante hatte sich die Ostsee gewünscht, nach ihrem Tod. Heute haben wir sie begleitet. Ein sehr kleiner Kreis. Ihr Mann spricht nie viel, heute war er wie versteinert.

Nur meine Mutter hat geweint um die Cousine, die sie selbst noch ein Kind, schon in der Karre geschoben, in einer alten  der Ostsee nahen Stadt am Fluss.

Meine Mutter zeigte auf einen Strand, da hat sie mal gezeltet. War das nicht mit deinem Zelt, als du in England warst, fragt der Cousin? Ja, am Bahnhof, gab sie es deinen Eltern. Du warst zwei. Sie haben da zusammen Urlaub gemacht mit dem Bruder deines Vaters, seiner Frau und der Cousine, und meiner Mutter, es war das erste Mal, dass dein Vater offiziell wieder nach Deutschland durfte.

Der Witwer spricht von seiner Bundeswehrzeit.

Die Sonne scheint, das Meer ist glatt, ein sanfter Segeltag.

Der Kapitän, sonorer Bariton s,pricht einen Lückentext, den Vornamen eingesetzt. Lässt die Urne zu Wasser,  wir werfen Rosen, das Schiffchen kreist, es geht zurück.

Wir fahren zu den Eltern.

Der Bruder und ich sind zuerst da, setzen den Kaffee auf, wärmen die Suppe. Die drei anderen Verwandten klingeln. Ich biete Wasser an. Hast du einen Cognac? Der andre Onkel auch Ich schaue und finde, gieße ein. Ihr seid schon groß, ich stelle die Flasche auf den Tisch. Die Eltern trudeln ein, wir richten die Käseplatte, setzen uns, essen trinken, kommen ins Gespräch. Ich lerne wie Abtreibung beim Imker geht, der Witwer bläst zum Aufbruch.

Mutter und Kinder räumen, ab . Ein Rettungswagen hält. Vater geht auf das Klo mit einem Buch. Es klingelt. Mutti geht zur Tür, ich fülle die Spülmaschine. Frau L sagt Mutti, ich soll die Blumen gießen. Der Bruder fährt mich rum.

Ich hänge die Jacke auf und gehe auf das Klo. Die Schlafzimmertür ist zu, ein Schnarchduett. Ich trinke 2 Gläser Wasser, wechsele die Hose, wasche ab, fege, kniend feudel ich den Boden, meine Gedanken treiben. Bin wieder 5 oder 6, wir besuchen, die Tante. Sie bietet meiner Mutter Sekt an, gießt Schalen. Das Telefon, die Tante folgt. Mama, das ist eine Villa, warum trinkt ihr Sekt aus Nachtischschüsseln.

K, aus dieser neuen Perspektive hast du einen schönen Dups. Ich drehe mich um. L grinst mich an. Wir Umarmen uns. Wie war es? Neu. Wie? Fremd. Magst du ein Bier? Mmm. Ich wische weiter, kippe den Eimer aus.

Wir sitzen am Tisch, stoßen an, reden. Die beiden sind gepaddelt, letztmals zusammen geschwommen im Fluss, in diesem Jahr. Morgen um 10 habe ich Termin in der Strahlenpraxis, B kommt mit. Anzeichnen, viel mehr weiss ich noch nicht, Angst habe ich. L, ich stehe auf, die hätte ich auch, umarme sie. K willst du nicht zu Bett? L, kommst du mit in die Küche? Nudelsoße soll noch werden für das Familentreffen morgen?

Wir schnippeln und reden, rühren und schnippeln für elf Menschen. Kenne ich die Cousine? Du erinnerst dich sicher an die beiden kleinen Mädchen, die bei der Trauerfeier für T miteinander getanzt? Ach, die Mutter von B? Mmm. Ich gäne. G und W  bringen doch Schlafsäcke und Isomatten mit. Darüber haben wir gesprochen. Mit der Taschenlampe hole ich Kräuter, rispele, schneide. L öffnet Tomatendosen, kippt, wir lassen köcheln.

K, wir ziehen her, ab 01.01.  oder später. Ich lasse das Messer sinken und freue mich. L  legt ihre Hand auf meine Schulter, teilst du mit uns den Garten. Ich drehe mich um, schaue hoch in ihre Augen und sage ja.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s