Taktlos beim Tanztee

Ich schließe das Fahrrad an und triefe in den Keller, klopfe an. L schneidet Holz. Magst du Kaffee. Ich gehe nach oben, hänge die nassen Sachen auf, fülle die Maschine, putze Blumenkohl.

Wir trinken Kaffee. K, schleifst du die Messer, ich trau mich nicht an die Maschine. Später. Ich möchte erst mal kochen. Mmm. Wir gehen in die Küche. Machen wir ein Curry daraus? L? Drei Tage war mir nicht nicht mehr schlecht. Klingt gut. Fühlt sich noch viel besser an, mal schauen, was noch kommt. Mmm. Machst du hier weiter, wenn ich jetzt schleifen gehe, bleibt noch Zeit für mein halbes Stündchen. Wo willst du noch hin? Zum Tanzen bei S und I.

Wir essen, reden. K, leg dich mal hin, ich wasche ab. Ich schlafe ein, kaum liege ich.

Die ersten sind schon da, wir begrüßen, trinken Tee, plaudern. S setzt sich an den Flügel. L fordert mich auf. Darf ich führen? Bitte, ich kann  nicht über deine Schultern sehen. Weitere  Gäste treffen ein. I, fordert mich auf. I flüstere ich beim tanzen, vor einem Jahr habe ich nicht geglaubt, dass das je wieder möglich wird. Ich auch nicht, langsamer Walzer und Foxtrott. Ist doch was. Wir bleiben in einer Umarmung stehen.

Auch T kommt an, trinkt erst mal Tee. Mit L tanze ich an ihm vorbei. Letzt kommen die schon sterben her, raunt T. Erstarrung. Der letzte Ton verklingt. Keine Nadel fällt. Wir halten einander fest, ich spüre Ls stumme Tränen. T, sagt I, komm mit in die Küche. Ich schaue zu S, er nickt in Richtung Schlafzimmer.

Wir setzen uns aufs Bett. L weint, ich halte sie fest, streichele ihren Arm. In mir quillt Wut. Draußen Stimmen. Das tut so weh. Mmm. Hast noch ein Taschentuch? Mmm. Der Mann ist Arzt, tönt es empört von draußen. Stimmt das, flüstert L. Mmm. L, das macht mich so sprachlos und wütend. Seine Schwester hatte vor ein paar Jahren ein Chemo, danach haben wir hier mit ihr getanzt. L, das war so unfair. Mmm.  I klopft. Komm rein. Er bringt  Wasserflasche, Gläser, greift in den Schrank, reicht Taschentücher, setzt sich. L,  mit T haben ich gesprochen, bevor er sich nicht entschuldigt, kommt er hier nie wieder rein. Wir trinken. Lasst du uns noch mal alleine? Ja, L.

K, ich möchte gerne noch tanzen, doch ich glühe. Das spüre ich. Hier gibt es viele Kühlkissen, I braucht sie jeden Tag. Ich brauche einen BH zum Tanzen. Wir ziehen uns aus und um, gehen in die  leere Küche. Ich hole I. L geht ins Bad, kommt zurück, wir löffeln Eis. Ich bin mit Vaters Bus hier und bringe euch gern rum, der Bruder auf dem Weg zum Klo.

Ich gehe rein, trinke sitzend Wasser, der Bruder nimmt mich in den Arm. Leerer ist es. Die Tür geht auf, S improvisiert in einen langsamen Walzer. L tanzt mit I hinein. Die Dielen leeren sich. Applaus.

Darf ich bitten fragt der Bruder L, mich bittet P. Wir setzen uns. Andere tanzen. L geht zu S, sie flüstern, tauschen die Plätze. S tanzt mit I, ich führe S und anderes mehr.

Der Bruder fährt uns und die Räder.

Wir putzen Zähne, trinken Wasser. Lange reden wir im großen Bett,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s