Familenkram

Müde bin ich, als ich im Dunkeln von den Eltern komme.

Die Geburtsurkunde hatte die Mutter schon heraus gelegt, wir trinken Kaffee, reden.  Der Vater kommt verstaubt, geht duschen, wir kochen. Essen reden, Vater trinkt Kaffee.

K, kommst du noch mit, auf die Baustelle, ich fahre dich dann auch nach Hause, das Wetter … Ach, drei Gramm Schnee. Wir gehen, schauen, denken. K, hilfst du mir, wir müssen … Vater, wir hatten abgemacht, wir machen einen Plan und schauen dann. Bislang hast du dich daran nicht gehalten. K, am Wochenende kannst du doch mit mir … Nein. Was hast du vor? Geht dich nix an. Wir können uns am Sonntag treffen, um zu schauen, wie es weitergehen soll. Mir wäre es lieber, du trägst dann den Schutt aus dem Keller. Nein. Wir hatten besprochen, wir machen den Boden von oben auf, schürfen den Sand, der zugunsten einer Dämmung raus muss. Dann sehen wir die Balkenköpfe, können Entscheidungen treffen. Du lässt mich im Stich.

Nein, ich bin schon lange volljährig. Ich fahre dich jetzt … Radeln kann ich, das werde ich tun. Tschüß, du weißt, wie du mich erreichen kannst, bist mir willkommen. Ich ziehe die Regenhose an gehe durchs Treppenhaus, radele durch Flocken, die auf gesalznen Straßen.

Salzen darf die Stadt, BürgerInnen ist das nicht gestattet. Die Brille putze ich mehrfach auf dem Weg.

L sitzt am Tisch. Ich gehe ins Bad, hänge Klamotten auf, gehe pinkeln, ziehe die Schuhe aus, wasche Hände. Umarmen. Wie geht es dir?

Mmm, ich wünsche mir immer noch, mein Vater nähme mich mal an so, wie ich bin. Meinem ist das nicht gelungen, ja kann ich dazu immer noch nicht sagen. Mmm. Und dir? B, wird zuhause bleiben, sie hat Rotz und Fieber. Ich vermisse sie. Mmm. L  legt den Kopf an meine Schulter, ich streichle ihre.

Schwimmen mit U war gut, er liegt in deinem Bett. Ich giesse Tee und trinke. Wir schweigen. Es rollt die Badezimmertür. U springt auf meinen Schoß, umarmt mich. K, meine K, kommst du, wenn du pennen willst zu mir ins kleine Bett? Mmm. L hat mir erlaubt, das hier schlafen und Mama auch. Mit L bin ich heute getaucht. Sie hat mir auch gezeigt, wie man Arschbomben noch spritziger auch macht; wir haben auch in dem Buch gelesen. Kuschelst du mich nachher, auch wenn ich schon schlafe? Ja, Morgen habe ich eine Englischarbeit. Wir haben geübt. L, kommst du mit mir, ich brauche deinen Nachtkuss.

Alleine hole ich tief Luft, schreibe eine Karte.

K, warum hast du keine Bilderleisten. Hatte ich noch nie, die von T liegen noch auf dem Boden. Noch habe ich sie nicht angebracht. Darf ich das tun. Gerne. Hast Du eine Gehrungssäge?  Wir gehen in den Keller. Eine Pulmia, das ist ja voll Luxus.

L, ich kann nicht mehr. Ich gehe ins Bad, umarme U und schlafe ein.

 

 

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