Baustellen

Nach wochenlanger fiebriger Matratzengruft und vielen Wartezimmern hüpfe ich zum Bahnhof, mit Zettel und Stift. Sprechen kann ich noch nicht wieder. Ich stecke nicht mehr an.

Großes Umarmen mit L und B. Ich lande an L’s Fläche. War das Absicht? Ich schüttele den Kopf, umarme sie andrerseits noch mal. Ach Du, sagt L, küsst meinen Scheitel. Zart tritt B mir auf den Fuß, reicht mir einen Topf mit Duftnarzissen. Finden wir später einen Platz im Garten schreibe ich? Die beiden nicken.

Zu dritt und Arm in Armen gehen wir in die Wohnung. Aus L’s Rucksack duftet es. Zimt und Käsebrötchen hat sie gebacken.

Wir spätstücken. Müssen wir noch in den Baumarkt, fragt L. Alles ist da, schreibe ich. Makulatur habe ich gestrichen, wir müssen nur tapezieren. Bist Du verrückt? L will es wissen.

Ich schreibe: Stimmlos bin ich so eingesperrt. Etwas zu tun, was ohne geht, war gut für mich. Mmm.

Wann musst Du in der Klinik sein? Montag, halb neun. Hast Du Angst vor der OP? Ich schüttele den Kopf. Ich hoffe, endlich wieder sprechen zu können, schreibe ich.

Wir schmieren für die Baustelle und packen auch den Krautsalat. Müssen wir noch einkaufen, fragt B. Lasagne steht im Kühlschrank, schreibe ich. Spinat und Schafskäse? Ich nicke. Und morgen? Kartoffelsalat und Würstchen schreibe ich. Ist ja wie Weihnachten.

Wirgehen in den Keller, die Räder zu befreien.

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2 Gedanken zu “Baustellen

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