Liebe, die anders ist

Ans Meer gefahren bin ich heute nach Feierabend auf ein gutes Stündchen, barfuß bin ich am Strand gegangen.

Ja, T, ich habe an dich gedacht, wie wir so gingen, zum letzten Mal. Wir hielten uns im Arm, mit dem anderen zog ich Deinen Rollator durch den Sand. Heute jährt sich das sagt mein Kalender.

Ich schwamm noch einmal nackt, wo im Sommer Strandkörbe stehen, dann wird auch gefragt, ob mensch Kurtaxe entrichtet.

Im Sand esse ich die letzte Käsestulle, zwei Äpfel, trinke Wasser aus der Flasche, die du mir einst geschenkt.

Ich lausche der Musik. Ein Brautpaar und ein Fotograf gehen durch den Sand. Posieren vor dem Meer. Seewind lupft ihren Rock von hinten. Machtlos gegen den Wind versucht er sein Bestes für die Sittsamkeit. Es winkt der Fotograf, sie nimmt die Highheels aus den Händen, steigt hinein, fällt beinahe um.

Es glockt mein Telefon. K, kommst du in den Garten für heute Nacht? Dann können wir hier noch mal schlummern, wo doch die Ferien fast schon alle sind. U, wer seid ihr? Ich mit N und L. Wissen eure Mütter? Ja. Na dann.

Macht ihr was zu Essen? Warum? Ich habe Hunger. Ich auch. In der Dose sind nur noch zwei Euro und elf Cent. Habt Ihr noch was? Ich muss die Anderen fragen, drei Euro habe ich. Nudeln sind da, Spinat könnt ihr pflücken. Zwiebeln haben wir, Tomaten auch und Knobi. Wenn wir jetzt Käse kaufen, wird das gut? Ich glaube schon. Wir machen auch noch Apfelmus, weil wir einen guten Nachtisch brauchen.

Ich gehe zum Bahnhof und freue mich an dieser Liebe, die anders ist.

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