Ostersonntag

Wir laben uns in einer Fischerei. K, kaufst du noch mehr Fischklopse, weil die sooo lecker sind? Ich mache mir dann morgen einen Frühstücksburger? Kann ich tun. Ich muss jetzt los, sagt U, ich darf angucken, wie die räuchern, ihr habt ja immer was zu schnacken. Wartet ihr auf mich? Na klar.

Cousinchen, wir werden älter. Ja, kannst du dich noch daran erinnern, wie langweilig wir mal unsere Mütter fanden, die ewig Kaffee tranken und auch beim Kochen noch jabbelten? Oh, ja.  Wir trinken aus den Wasserflaschen. Jetzt tun wie dasselbe. Du, ich glaube, wir sind beide alt genug, dazu zu stehen. Mmh, erinnerst du dich noch, dass der Gedanke, zu werden wie sie,  ein Horror war? Und wie.

Magst du ein Bier? Am hellichten Vormittag? K, im Urlaub, kann man auch mal tun, was man sonst nicht tut. Ich nicke. N steht auf.

Ich sehe unsere Mütter ins Gepräch vertieft an unterschiedlichen Orten, an C’s Sterbebett sehe ich sie nicht. Ich stieg in die Bahn, nachdem sie abgefahren. Sehe die meine, Erde werfen mit der Hand, damals noch ohne Stöcke, sehe sie wieder so, am Grab von T, dem Bestatter, der ihr die Schaufel reichen will, bittet  sie, ihre Gehhilfen zu halten. Tränen rollen.

Für dich sagt die Cousine. Wir stoßen mit Flaschen an, schauen einander in die Augen.

Rücken an Rücken sitzen wir redend auf der Bank. Du, was mache ich wenn mein Mann  jetzt mit unserer Tochter in einem Mac-Laden isst? Wir sitzen hier, kannst du was ändern? In der Kita werden andere Kinder ihr von solchen Erlebnissen erzählen, vielleicht ist sie neugierig? Meinst Du, sie stirbt daran? Es sind Kalorien. K, aber so was wollen wir ihr nicht vorleben. Seid ihr euch da einig?

K, mit U scheinst du sehr entspannt, auch mit unserer Tochter, wie machst du das?

Ich habe das gehört, ihr Saufnasen. N, das ist ganz einfach, anders als Mama hat mich K noch nie angebrüllt, ich habe keinen Grund zurück zu zicken. K hat mir auch noch nie Stubenarrest gegeben, Mamas  Lieblingsstrafe. Ich habe K gefragt, warum sie das nicht macht.

Was hat sie gesagt? Um das zu überwachen, müsste sie immer in zu Hause sein.  Das ist auch Mama nicht, wenn sie arbeitet. Ich flutsche dann mal weg, lasse mein Phone auf dem Tisch. Ich muss dann vor Mama zu hause sein, das ist voll Stress; den habe ich mit K nicht. Ich darf meine Freunde mitbringen und wenn wir alles weg futtern, springt sie nicht aus dem Hemd, Ich muss dann abwaschen, sie ist ja nicht meine Putzerin. Das kann ich verstehen, auch wenn ich keinen Bock drauf hab. Machen  wir uns jetzt auf die Socken?

Gleich. N, nehmen wir noch geräucherte  Saiblinge mit, der Käse hält sich doch. Mein  Mann mag keinen Fisch. N, warum brauchst du für B  ein  Possesivpronomen, ist er kein freier Mensch, mit dem du lebst?.

U magst du geräucherten Saibling? Weiss nicht, habe ich noch nie gegessen, aber jetzt gesehen wie der gemacht wird. Ich probiere, isst du ihn sonst auf? Gerne.

N, B isst gerne Steak, das hat er gestern  gesagt, in der Nähe ist ein guter Schlachter, haben die beim Räuchern gesagt. K, kannst du Steak braten?  Hat mir dein ältester Bruder mal beigebracht.

Sie schwingen sich auf die Räder, ich stelle mich in die Schlange.

Abends bunter Familientisch auch mit I und X und viel Salat.  Ich hole Papa. sagt B, kehrt allein zurück. Er muss arbeiten, hat er gesagt. Ich habe Hunger. Wir füllen die Teller. X  nimmt zwei und geht nach oben.

Ich mag das nicht, sagt B. N holt Käse. Boah, ist das lecker. U nimmst du den Fisch von meinem Teller? Joah, kriege ich auch das Steak? Hole es dir, sagt N. Papa ist satt. Warum? Neben unserm Bett sind Pizzakartons und die sind leer. Ist nicht wahr. Mama, geh doch mal nach oben, dann siehst du das.

Blicke wandern schweigend. Schritte auf  auf der Treppe.

B, kommst du mit? Wohin ? Spielplatz, ich muss dringend rutschen.  U, mein U, ich ziehe meine Jacke an. Dankbar nicke ich ihm zu.

X küsst I, bleibst du hier, heute Nacht? B übernachtet bei uns,  wir brauchen einen Vaterabend. I nickt.

Ich fülle die Spülmaschine. Dann tippe ich  und höre Stimmen im Hintergrund.

 

 

 

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