Bratheringe

K, guckst du mal auf meine Englischhausaufgaben? Gleich, ich muss erst mal, auf’s Klo. Ich mache dir  einen Kaffee. Bitte nicht, hatte ich mit deiner Mama. Du warst bei ihr? Gleich U.

U, schaue dir deinen Text noch einmal an, ich glaube, das „ou“ verschieden klingen kann. Wie meinst du das? Denke doch mal an „you“ und „house“. Dann ist das hier falsch? Mmm. Du, der Trick ist gut.

Magst du auch einen Tee? K, bevor du in die Küche gehst, die Nudelsoße ist verdunstet …  Das glaube ich nicht.

Naja, nach der Schule bin ich mit N zu Mama gefahren, mit dem Bus, sie hat mich mitgenommen mit ihrer Karte, weil sie heute nicht Fahrrad fahren konnte. Wo ist dein Rad? Steht in der der Schule, drinnen. Wir sind dann her, haben uns Nudeln gemacht und Mathe.

Dann waren wir im Bad, sie hat deinen Badeanzug genommen, ist das schlimm. Nöh, im Büro habe ich den nicht vermisst. K, du bist cool. Da waren auch A  und C, wir kennen die vom Tischtennis. Hattet ihr nicht heute Training, Fiel aus, weißt du das nicht? Unser Trainer hat sich den Arm gebrochen, da kam doch eine Nachricht, hat Mama verpeilt, sie an dich weiterzuleiten? Mir ist das neu, erzählst du weiter?

Wir haben dann hier zusammen gegessen und abgewaschen. Habe ich gesehen. Du bist nicht sauer? Nöh.  Hast du Hunger? Nicht so viel D hat Geburtstag und hatte Torte mitgebracht. Reden wir beim Tee? Machst du den? Joah. K, du nimmst mich auf die Schippe.

Ich fülle den Wasserkocher, räume Küchenkram, schäle Kartoffeln, Zwiebeln,  wasche Heringe. K, woher hast du die Fische? M hat sie mir geschenkt, als von deiner Mama kam. Er angelte mit seinem Sohn am Fluss. Lecker, aber du brätst mit beiden Pfannen, das schaffen wir nicht. Ich lege die nachher noch ein. Was soll ich jetzt tun? Holst du die Wäsche, hängst sie auf den Balkon? Nah gut.

Wir essen. K , im Eis ist Spinatpizza, die habe ich  gekauft, damit du dir sie peppen kannst heute Abend. Die wird schon alle werden. Nudeln auch, wir hatten keine mehr, vom Dosengeld. Danke, du hast auch Gurken  mitgebracht. Und eine Ananas, magst du die als Nachtisch? Ich nicke.

Ich wasche ab, U schält und schneidet, ich koche Essigsud. K, Mama hat mir erzählt, das sie zu Reha soll nach Bayern. Sechs Wochen ohne sie, das halte ich nicht aus. Darüber haben wir auch  gesprochen. Sie möchte dir auch näher bleiben. Übermorgen schreibt sie mit der Sozialarbeiterin einen Widerspruch.

Und dann? Warten wir auf neue Post, mehr können wir nicht tun. Aber … U, ich habe dir versprochen, dass wir sie besuchen. Auch wenn das teuer wird? Ich habe das versprochen. Schnitzt du dann Geld? Ich habe ein Sparbuch. Mama hat Sowas nicht. Im Osterurlaub haben wir nur für Essen bezahlt. U, wir können auch schauen, ob wir in der Nähe zelten können. Cool, das schreibe ich ihr.

Wir essen. K, was hast du morgen vor? Ich will in den Garten, und du? Ausschlafen, ich komme dann nach. Paddeln wir? Vielleicht. Um elf bin ich mit B und L zum Brunch, ich bringe Brötchen mit, Eiersalat und Feta. Macht L Obstsalat? Ja, B macht Hummus und bringt Gemüse mit. Das lasse ich mir nicht entgehen! Weckst du mich? Ich nicke.

Ich brate Heringe und schichte in einem großen Deckelglas, Zucker steht drauf. Oma sagte, es sie hatten es in ihrem Laden, der einst in Elbing war. Wie ist es hierher gelangt?

Von ihr ist auch das Rezept. Ich tue, was ich bei ihr gesehen, und füge Dill in den kühlend Sud. Auch davon haben wir nicht gesprochen.

K, Mama will dich noch mal sprechen. Gleich …

Ich wasche mir die Hände.

U, wäscht du ab? Muss ich wohl, sonst kriege ich keinen Brathering, sagt U. Du, Spüli ist fast alle-

 

 

 

 

 

 

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