Jetzt fallen große Flocken …

K , wo kommst du denn her? Ich triefe durch den Flur. Vom Markt. Jetzt? Es ist noch nicht mal neun? Konnte nicht schlafen bei dem Sturm und dem Gewitter. Ich hänge Jacke und Regenhose auf. Hast du Brötchen mitgebracht? Ja, es gab noch Apfelbrötchen. Cool, ich ziehe mir was an. Holst du dann Pflaumenmus aus dem Keller?

U beatboxt, ich setze Milch und Kaffee auf, leere den Rucksack. U deckt beatboxend den Tisch. U, bitte hole Pflaumenmus, ich setze Eier auf, schneide Gurke, U faltet Servietten.

Hast du Bohnen in den Ohren? K, es gibt da ein Problem … Da ist kein Pflaumenmus … mehr. Verdunstet? Mmh,  mit Joghurt und Cornflakes war es sehr gut. Haben wir noch Apfelmus? Ich hole ein Glas!

Wir frühstücken. K, warum hast du nicht gemeckert? Warum? Na, wegen Pflaumenmus? Ich habe es zum Essen gekocht, du hättest was sagen können. Du hast wenig abgekriegt. Sehe ich unterernährt aus? Eher nicht, aber Mama? Kocht sie Pflaumenmus? Nöh.

Ich übe gleich Trompete, damit kriege ich diesen P-Tag nicht rum. Wolltest du nicht mal Ketchup kochen? Alleine schmeckt der nicht, hast du Würstchen mitgebracht? Currywurst. Cool! Aber du? Ich esse Stint, Diese fiesen kleinen Fische? Ich mag sie sehr. Mnn, ich kann mich erinnern, früher habt ihr dazu eingeladen. Weil ich die nicht mochte hat T mir ein Spiegelei gebraten und Mama hat gemeckert, wegen Extrawurst. Die isst du noch? Es gibt doch nur noch wenige. Ja, einmal in dieser Saison. Hast du viele gekauft? Sechs. Naja, gut finde ich das nicht.

Es klingelt die Nachbarin. Frau K, können sie die Fritteuse gebrauchen, ich habe gestern mit meinen Enkeln Pommes gemacht, das Öl jetzt zu entsorgen, wäre schade. Ja, danke.

K, heißt das, ich kann mir auch Pommes machen? Ich nicke. U hüpft durch die Wohnung, ich schneide Käse. U  mundet die Mettwurst auch ohne Brot.

Kommst du heute Abend mit ins Konzert? Schon wieder Orgel? A cappella? Kirchenkram? Nöh. Ich rede von „Blaff“, da wolltest du doch hin. Ich wollte dich einladen, bevor ich Mamas Schuhe bezahlt, jetzt reicht das nicht. K, an U: Kommst du mit? Wie?

Am Krumme-Gurken-Stand ist mir ein brauner Schein zugeflogen. Wie? Es flog so viel Müll im Sturm, ich war genervt, als etwas hinter meine Brille flog, wunderte mich über das Hologramm. Ich nahm die Brille ab und hatte ihn. So was passiert nur dir!

Gibst du mir das Käsebrötchen, bitte? Danke. Ich schäle eine Orange. K, warum teilst du das mit mir, du könntest dir ja auch was Schönes kaufen, was nur für dich ist. Vielleicht die Socken, die wir neulich im Schaufenster gesehen, die haben dir doch sehr gefallen oder das Zimmermannshemd, die Staude? U, ich gebe keine zwanzig für ein Paar Socken aus oder sechzig für ein Hemd. Ich warte ab, bis ich so ein Hemd woanders finde, gehe lieber ins Konzert. Mama kauft immer ein neues Hemd für ein Konzert. N ist N und ich bin ich.

K, machst du das nur, weil ich die cool finde? Du hast mir was von denen vorgespielt, ich bin neugierig und freue mich auf’s kennen lernen. Du könntest auch mit jemand anders gehen. Könnte ich … Warum lädst du mich ein? Mit dir  möchte ich den Abend erleben. Weil du mich liebst? Ja.

Willst du noch was? Ich schüttele den Kopf. Ich räume ab.

Ich gehe ins Bad.

Warm strömt Wasser über mich,  Hagel  klopft am die Scheiben, es brüllt der Sturm, U’s Trompete klingt.Wenn das so bleibt, nehmen wir heute Abend den Bus, der Flugschein reicht auch für ein Rückwegtaxi, wenn es Busse nur noch stündlich gibt.

Ich trockne mich, höre das Telefon. Nackt sitze ich auf dem Klodeckel, denke an mein Elternhaus und höre „Verschwendung“. Ich stehe auf, bekleide mich, freue mich „erwachsen“ zu sein, ich muss nicht Alles wiederholen.

K, dein Bruder hat angerufen, er will heute Abend ins Konzert und hat gefragt ob er uns mit dem Auto abholen darf, ich habe ja gesagt. U ich habe gerade gedacht, das wir auf dem Rückweg ein Taxi nehmen, jetzt sehe ich einen neuen Weg.

Was hältst du davon, wenn ich deine Mama frage, ob sie mitkommt? Cool! Mach, ich muss jetzt kacken.

N rufe ich an. Sie sagt ja, der Bruder holt sie ab.

Cool sagt U und hüpft durch die Gegend, kostest du mal? Lecker. Das muss noch eindampfen, dann kann ich pürieren, rührt du, dann hole ich Gläser aus dem Keller. Ich nicke.

Wir essen zu viert vor dem Konzert, teilen Pommes, Kartoffelpü, Currywurst und Stint, Salat, wie es auf keiner Speisekarte zu finden,  reden und freuen uns auf das Konzert.

Jetzt fallen große Flocken …

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Jetzt fallen große Flocken …

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