Löpt sik torecht, denke ich beim Zähne putzen …

Nach dem Geburtstagskaffeeklatsch, der Radweg ist ein Knüppeldamm, fließt Wasser überall, wohin der Sturm es drückt. Unter einem Dach halte ich zum Brille putzen. Gern würde ich jetzt Auto fahren. Ich steige wieder auf.

Fast leer der Fluß, die Sturm hat das Wasser ins Meer gedrückt.

Vor der Haustür putze ich letztmals, um das Schlüsselloch zu sehen. Musik und Imbissduft empfangen mich im Treppenhaus …

Die Gummistiefel lasse ich vor der Tür, wo unbekannte Sneakers stehen. Sockendisco ist im Wohnzimmer, besetzt das Bad, ich triefe in der Küche. Es rollt die Tür. K? Wo bist du? Hier! Du bist zu früh, sagt U mit rotem Kopf. Darf ich ins Bad?  Da riecht es nicht gut. Egal bitte bringe mir trockene Klamotten. Mmh.

Ich lege mich trocken, die Musik wird abgedreht. Vor der Tür steht eine Schlange, der Jacken wegen. Hallo K, wir müssen jetzt … Gruppenpinkeln? Äh, nöh, ich muss um sieben zu Hause sein. Trägst du noch Strampelanzug? Ihr habt gefeiert, jetzt wird aufgeräumt. Du kannst schon mal die Spülmaschine füllen. Aber, … Rufe zu hause an, sie werden es verstehen.

Die ist wirklich streng, tönt es im Hintergrund. Es klappert auch Geschirr. Ich mache mit. Zusammen geht es schnell. Allgemeiner Aufbruch.

K, kann ich hier übernachten, ich habe meine Pillen mit, fragt N? Klar, braucht du ’ne Unterhose? Wäre gut. Ich nicke. Ich rufe Mama an.

Ich mache Salat, U saugt, N füttert die Waschmaschine. K, darf ich dir einen Camenbert frittieren? Gerne.

Ich esse, die beiden stochern im Salat. Wir haben uns in der Schwimmhalle getroffen. Weiß ich doch. Dann hatten wir Hunger. Mmh. Ich fülle meinen Teller wieder. Wir haben Pommes gemacht und Currywurst mit Allem was wir hatten, auch aus dem Eis. Ich sehe Wasser steigen, nehme U in den Arm. Hattet ihr ’ne gute Zeit? Und wie sagt N, U weint. Ich streichele. Die Kartoffeln sind alle, wieviel hattest du gekauft? 5 KG. Wir haben auch keine Tomatendosen mehr, Ingwer ist auch alle. Ich kriege morgen kein Taschengeld, ist das für dich o.K.?

Es rappelt in der Küche. U setzt sich auf meinem Schoß. Wir kuscheln. U, du kriegst Taschengeld, es macht doch nichts, das Sachen alle sind, wir kaufen wieder ein. Aber die waren teuer. U, hätten wir in einem Lokal Currywurst gegessen, hätte ich mehr gezahlt. Und meine Strafe? Wofür? Ihr hattet eine gute Zeit. U küsst meine Wangen, geht in die Küche.

Wir essen Salat. K, warum regst du dich nicht auf, hier klebt doch Alles, auch das Klo? Als ich so jung wie ihr, mussten wir in Kneipen gehen, um uns zu treffen. Zuhause durfte ich nicht mal meine Zimmertür schließen, wenn ich Besuch von Freunden hatte. Ich hatte immer das Gefühl, meine Eltern wollen mich kontrollieren. War das nicht doof? Und wie.

K. was können wir morgen in der Schule essen? Lasst uns mal schauen, was wir haben. Spinat ist da, Nudeln, Zwiebeln, Schafskäse …

Wir hängen jetzt die Wäsche auf.

Ich fange an zu kochen, höre Wahlumfragen.

Wir chillen. Ich wasche ab, höre  sie reden, auf meinem Weg zum Feierabendbier. Im Keller sehe ich die leere Kolakiste und lächele, es ist kein Bier geflossen.

Auf dem Sofa trinke ich aus der Flasche. Hagel klopft ans Fenster, Sturm lässt auch die Häuser klingen. Ich freue mich und gähne.

Es klopft. K, morgen nach der Schule entkleben wir die Küche. Danke. Wir kaufen ein vom Dosengeld und kochen.

Nachtküsse.

Löpt sik torecht, denke ich beim Zähne putzen.

 

 

 

2 Gedanken zu “Löpt sik torecht, denke ich beim Zähne putzen …

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