Cool! Ich mache uns dann Feuer!

B treffe ich auf dem Markt. Er steht beim Fisch, ich beim Käse, die Schlangen parallel, wir klönen über Meter. Bringst du mir Heringsalat mit? Du mir Morbier? Wir nicken.

Das geht doch nicht, Ansteckungsgefahr, raunt es hinter mir, ich lasse die Menschen reden. Das ist doch ihr Mann! Ich drehe mich um. Die Menschen, bei denen wir Anfang der Woche einen Mast mit Schüsseln auf dem Dach montiert. Ich drehe mich um und winke lächelnd.

Entschuldigung, sie standen eben noch nicht vor mir. Da waren vier Meter und ich kann nicht lange stehen! Sie können sich doch auf ihren Rollator setzen. Kein Respekt vor dem Alter! Diese Jugend von … Sie könnten mein Vater sein, meine Jugend ist lange vorbei. Mit Höflichkeit hätten sie eine Chance gehabt, jetzt stellen sie sich bitte hinten an. Er geht.

Mein Handy sirrt. K, du bist nicht da, was mache ich mit den Heringen? Briefkasten, wenn sie in einer Tüte sind? Ich schlängele noch auf dem Markt, tippe ich zurück und danke.

K, ich habe die Erdnüsse mitgenommen und mein Taschengeld aus der Dose. Das hatten wir vergessen. Und Erdbeergeld, steht auf der Schiefertafel.

U und N wollen zur Eisdiele am See, wo mensch per Messenger Eis bestellen kann, sich den Familienbecher gönnen. Ich bin froh, sie haben einen Weg, sich kontaktarm zu bewegen.

Wäre ich mit U hier eingesperrt, was ja noch kommen kann, …

Das Telefon, H fragt, wie man Rührei macht, erzählt, N hat sich hingelegt weil ihr der Schädel dröhnt. Wir waren auf dem Markt. Sie ist eingepennt, ich will sie überraschen und habe angefangen und jetzt? Machst du den Rechner an, dann kannst du mich sehen? In fünf Minuten? Ich brauche noch Teewasser und ein Käsebrot? Bis dann.

Ich freue mich, an dem was nicht selbstverständlich. Fahre fraglos U’s Rechner hoch, mit Gastzugang, meiner hat keine Kamera.

Wir schauen uns an und klönen. K, wir müssen mal zur Sache kommen, gucke mal. Ich sehe eine Schüssel, drei Eigelb, Weißes eine Milchpackung. Rühre doch mal um. Womit? Ich sehe den Schneebesen, schaue, doch doch mal links. Sie rührt. Salz, aber wieviel? Probiere es aus. H rührt und schmeckt. Ich brauche mehr … Und jetzt? Pfeffer? Sie mahlt und rührt … Ich sehe Dill und Schnittlauch … Du wir haben Räucherlachs gekauft, im Kühlschrank ist der nicht … Neben dem Brett ist was in grauem Papier, ist er darin? Du weißt das nicht? Nöh, schaue doch mal. Hier ist er. Ich hole jetzt die Pfanne … Wir machen weiter Schritt für Schritt. … Jetzt wecke ich N, das musst du nicht sehen. Der Deckel fällt.

B, rufe ich an, sie ist zu Hause. Ihr radele ich die Fische vor die Tür. Bis nachher im Garten klirrt ihre Stimme in der Sprechanlage.

Aus dem Garten hole ich das Schäufelchen und winke A. Isst du nachher mit uns Heringe? Gerne!

Ich radele in den Wald, an die Stelle wo wir als Kinder Schlüsselblümen und Buschwindröschen pflückten mit meiner Wahlgroßmutter. Ich buddele aus. Könntest du mich sehen … Ich sehe dein Lächeln.

Ich radele zum Friedhof, buddele ein und gieße, ändere das Ritual. Wir stellten ihren Eltern welche hin, ich tat es zuletzt im letzten Jahr, für mich. Sie werden sich ausdehnen … Ich sehe dein Gesicht, als ich dir die letzten brachte am einem deiner letzten Tage.

Ob ich ohne dich wohl paddeln würde? Du ludest den Bruder ein mit seinen  Männern, später auch mich mit mit meinen Frauen. Ich höre deinen Enkel und T bei deiner Trauerfeier zusammen Cello spielen …

Im Garten setze ich Buschwindröschen unter die Hecke, bin noch nie dazu gekommen …

K, kommst du rüber? Ich habe Kuchen gebacken! Ich gehe nach nebenan, wir laben uns abständig, ich bewundere, was sie geschafft, wir reden auch von Einsamkeit und Angst. Die Menschen, die ich von der Straße kenne, kann ich hierher nicht einladen, sagt A …

B winkt. Willst du auch Kuchen? Gerne, aber heute nicht, ’nen Kaffee nehme ich gerne …

Zu dritt wundern wir uns über die Leere im Gartengelände, einigen uns auf Fisch aus der Pfanne mit Kartoffelpü …

Ich lese in der Hängematte, schaue in die Wolken, trinke Tee, die Virenruhe hat auch was …

Mädels! Ich schaue auf. Die Jungen winken aus den Booten. Ich stehe winkend auf, sie legen an.

Das war so cool, gibt es was zu Essen? Das war cool, ich muss nach Hause, der Fisch braucht einen Kühlschrank! Wir winken.

Ich habe uns auch Fisch gekauft, können wir den grillen? Wir wollen Heringe braten …  Shit! Wird der jetzt schlecht? Gib her, sagt B, ich habe Platz im Kühlschrank. Wir sind ein Team! Aber, ich habe Hunger. Ich schmeiße die Pfanne an, gehe zu A, da gibt es Kuchen. Cool! Ich mache uns dann Feuer!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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