Wir schauen im Netz

K, radeln wir morgen ans Meer, fragt U am Frühstückstisch, dann ist doch Feiertag. Dann machen das Viele, auch die aus der großen Stadt dürfen dann wieder, lass und doch gleich aufbrechen. K, ich muss doch lernen. Kannst du das nicht morgen tun? Du willst  bei B doch buchen. Ich rufe ihn an, morgen habe ich meine Ruhe, dann  klingelt kein Telefon. Cool, wir haben noch Erdbeeren und Joghurt, wir nehmen Müsli mit! Gehst du ins Bad? Erst packe ich, weißt du wo meine Badehose ist? Ich bin nicht deine Suchmaschine … Und was machst du? Ich schmiere uns Brote, koche Tee.  Immer Tee, warum? Ich kenne einen Zitteraal, der sich nach etwas Warmen sehnt, wenn er aus dem Wasser kommt.

Wir radeln durch die Stadt, in der der Verkehr noch lau. Vor den Hotels versperren keine Busse die Spur, auch keine LKW von Wäschereien. Hinter uns hupt es eindringlich, als ich mittig vor dem Einflugloch zum Kreisel  warte. Ich bleibe ruhig. Werden quietschend auf breiten Schlappen überholt, im Gegenverkehr. Ein Wums, vom Autoknutschen, ich schaue nach vorn, zwei Autos stehen etwas verquer. Auf einem gehen blaue Lichter an, auf ihm steht Polizei. Drei Menschen steigen aus, einer schimpft laut, wir werden weiter gewunken.

Picknick auf der Mole und keine Fähren, auch keine Segelboote. Die Fähre zum anderen Ufer schlägt Wellen, ansonsten plätschert die See, in leichten Wind.

Wir schlüpfen durchs Geländer, klettern über Steine, gehen am Meer. K, da sind Strandkörbe auf, können wir  nicht einen nehmen? U, du … Ich renne mal zum Häuschen. Ich schaue aus, die See, die ruht. Mein Handy sirrt. Hier ist Flaute, jetzt komme ich zurück.

Wir machen es uns gemütlich.

K, wie kommen die großen Steine hierher, wurden die an Land gespült? Woher diese kommen, weiß ich nicht. Einst gab Steinfischer. Häh. Menschen sind mit Taucherglocken nach Steinen getaucht, haben eine Stahlzange darum gelegt, dann wurde der Stein mit einem Kram auf’s Schiff geholt, im Laderaum verstaut, bis der voll war. Hast du dir das ausgedacht? Nöh, die Familie meines Großvaters hat das gemacht, auch er , als er noch zur Schule ging, hat er mitgemacht. Mmh, auch hier? Nein, ich kann die Molen in Polen zeigen, von denen er mir erzählt auch die in Laboe. Wie? Sind die damit soweit gefahren? Ist gar nicht so weit über das Meer. 1936 war da die Segelolympjade, dafür wurde ein Bootshafen gebaut, wenn wir Tomaten aus Spanien essen, war der Weg länger.

K, baden wir? Ich nicht, ist mir noch zu kalt. Ich gehe schwimmen. Ich greife zum Buch, ein Kapitel.

U trocknet und bekleidet sich. Du, ich habe eine Decke eingepackt, wärmst du mich? Mmh, du ich nehme mir Tee. Wir essen Brote.

K, gibt es in Laboe einen Campingplatz? Ja. Können wir da  nicht hin, wenn wir von Fehmarn kommen? Gute Idee, ich versuche heute Abend zu buchen. Dann lass uns jetzt, weil das wichtig ist. Du, ich will noch zur Fischereigenossenschaft. Ich eile mich schon …

Kakao und Kaffee gibt es, als wir nach Hause kommen. U setzt sich an den den Rechner. Ich schäle Kartoffeln, Zwiebeln, brate Fisch.

Du der ist lecker, aber warum sind die Gräten grün?

Wir schauen im Netz.

 

 

 

 

 

 

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