…dann gehe ich ne Runde auf dem Campingplatz.

Ja, ich liege in der Garage von Emma, so heißt das Womo, N ist nachrichtlich verstummt, hoffe sie schläft. Leise ist es über mir, heißt auch H zetert nicht.

Sie tut das oft und laut, wenn sie die Welt so anders sieht, als ich. Der Wind, mit dem wir einst segelten, anders als ich hat sie nen Segelschein, macht ihr heute Angst. Ist Sturm für sie, die N und ich sehen Windstärke 2 -3 , Anfängerwetter, ginge es ums Segeln.

Vielleicht geht ums Lebenssegeln und wir verstehen nicht, was ihr Kurs. Vielleicht ist sie sie Käpitänin mit einem Kompass, der anderes zeigt, als was wir sehen, wenn wir ihn anschauen, an das Magnetfeld glauben, das seine Nadelspitze in unseren Augen gen Norden zeigen lässt.

Wir haben die Tür repariert heute. Ich habe Beschläge mitgebracht, die N. im Netz nicht kaufen konnte, der Womomarkt ist gerade dank Nachfrage überstrapaziert. N hat im Netz die Teile gefunden, in meiner Lebensstadt, der Händler wollte nicht versenden, bot ihr einen Termin zur Montage an im Januar. Ihre Anfragen Ortsnah waren noch lebensfremder, ab März …

N hatte in Angst sich an der Tür so festgehalten, das die Beschläge sprangen.

Gestern bin ich angekommen, hatte Werkzeug , Böcke auch auf einem Rollator mitgenommen und im großen Rucksack auch, im Zug, habe zwischen Bahnhof und Campingplatz den öffentlichen Bus genommen und wurde sofort befördert.

Radeln hätte ich so nicht können, hätte für den Zug eine Radkarte lösen müssen und wäre nicht mitgekommen, oder erst Stunden später. In den Beförderungsbedingungen der Bahn und vieler Stadtverkehre, ist die Beförderung von Menschen, die mit Rollstühlen, Kinderwagen, Rollatoren unterwegs sind vorrängig vor Menschen, die Räder mit sich führen.

Mir ging es nicht darum eine Behinderung vorzutäuschen, wollte nur die Böcke transportieren, die Stichsäge und was wir sonst so brauchten, nebst Schlafsack, Isomatte und was frau sonst braucht für eine Nacht und Suppe für Emmas Tiefkühlfach, damit N an zwei Tagen nicht kochen muss, was sie so gerne tut, wie ich nähe. Es ist ganz leicht, habe ich gelernt, wenn frau Ideen hat.

H hat mich bei meiner Ankunft gefragt ob ich nicht mehr gut Laufen kann, einen Unfall hatte, seid wir uns im letzten Jahr gesehen. Für mich ist das eine Woche her. Wo ist U, wollte sie wissen, hast du ihn umgebracht? Das er was Anderes macht, kam nicht nicht an.

Wir können zusammen lachen, Gedichte rezitieren. Jeder fällt mal ne Zeile ein, wenn eine anderer passt, essen und noch viel mehr. Die Zeit der Augenhöhe war vor Ewigkeiten.

N war keine halbe Stunde meiner Zeit entschwunden, war duschen. Was mache ich wenn sie nicht wieder kommt? Ich bin dann verloren. Dann bleibe ich bei dir. Ich lüge, umarme. K, das ist so gut, zuletzt hat meine Mutter mich umarmt, da war ich noch ein Kind. N macht das nie.

Es klopft an der Garagentür, N. Ich schlüpfe aus dem Schlafsack, ziehe die Jacke an. Wir teilen das Bier, das N mitgebracht und Wasser aus den Hahn, reden ein Stündchen vor Emma.

Ich muss kacken, hilfst du mir? H kann nicht mehr wischen. Bin unterwegs sagt N und geht, ich nicke ihrem Rücken zu. Die fickst du nicht, höre ich, dann gehe ich ne Runde auf dem Campingplatz.

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