Wir spielen Monopoly zu viert …

Ich wundere mich, als ich, als ich nach Hause komme, alles ist anders, als im Fernsehladen.

Dort drehen die Menschen durch. Morgens schon vor Öffnung bimmeln die Telefone marathon, in der Stunde vor Feierabend wieder. Menschen mit denen B kurz vor Ladenschluss gesprochen beschweren sich, wenn ich noch in der Jacke bin, so gegen zehn vor zehn, noch niemand hat zurückgerufen.

Ich kann nachvollziehen, das für Menschen, gerade in einer Zeit, in der echte Begegnungen so eingeschränkt sind, elektronische Medien wichtiger sind als sonst. Ich brauche keinen Fernseher für mein Leben.

Amerika erreichte mich über das Radio.

Eine Kundin, die seit Tagen auch immer wieder nachts anruft, weil sie immer wieder Tasten auf der Fernbedienung verwechselt, habe ich heute gefragt, was für sie wichtiger ist, ob ihr Fernseher für ihre Lieblingsserien funktioniert oder ihr Klo. Sie entschied sich für letzteres.

Ich bat sie uns Zeit zu geben, sie zurück zu rufen, wir melden uns schneller, wenn wir ihren Wunsch nicht immer wieder anhören müssen, haben noch andere Kunden, die sich auch was wünschen.

Zuhause wartet Tee auf mich, ich werde begrüßt, trinke alleine, drei machen zusammen Musik, es duftet nach Lammbraten. Die Wohnung ist geputzt und aufgeräumt. Ich lasse Gedanken fließen, dann decke ich den Tisch.

Beim Essen reden wir von uns und von Amerika.

E kriegt das Festnetz für gewisse Stunden, die sie für ihr Ehrenamt bei der Telefonseelsorge braucht, das grüne Zimmer, das normalerweise U gehöhrt.

N’s Hüft-OP ist verschoben, sie bleibt hier, mag nicht allein in ihrer Wohnung sein, in der sie H viel mehr vermisst als hier. Sie lässt sich auch hier testen, fährt dann direkt ins Krankenhaus. Auch mit Klamotten aus meinem Schrank. E hat sie von dieser Möglichkeit überzeugt.

U ist froh, hat heute mit N das neue Programm erprobt, mit dem er ab Montag lernen soll, auf ihrem Mac ruckelt es nicht, an anderen Versionen wird noch gearbeitet.

Er hat verstanden, wie das mit ihrem Rechner geht. Ich bin in Sachen Mac Analphabetin.

Morgen soll ich Rosenkohlauflauf machen, ohne Fleisch. U will keine Extrawurst, aber ein Kuschel, wir ziehen und zurück.

Wir spielen Monopoly zu viert, reden von uns, von Politik und davon, was mensch machen kann und was nicht geht, auch davon, was uns nicht gelungen.

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