…muss mich nicht kümmern, was die Drei noch tun …

Zwei wollen Lernen, eine braucht ein Einzelzimmer mit Tisch und Telefon … Homeoffice im Schlafzimmer? Nein! Der Küchentisch? Nee, hier kommen Alle immer wieder rein, wenn sie was brauchen …

Ich packe Tee und Suppe ein und radele bei steifem Nordwest mit Schneeregen in den Garten.

Fensterläden auf, Lüften, Heizung an, im mitgebrachten Schlafsack fahre ich den Rechner hoch. Mitarbeiterbesprechung.

Mein Handy sagt, I hat keinen Empfang.

Hatte eh die Gesprächsleitung, kann gut durch Tagesordnungen führen, ohne das ne Laberparty ausbricht. (Habe ich in keinem Job, sondern in Vereinen gelernt, in denen ich mal im Vorstandt war.)

Eröffne, begrüße, bitte um einen Satz, wie es für jeden Menschen gerade ist. Gebrabbel, Kinder im Hintergrund, am Tisch. K, wo bist du? Professionell sieht das nicht aus … Gartenlaube, aber dein Blazer steht im Kontrast zu dem was auf deiner Mappe ist, sieht nach Knete aus. Wir lachen, sind binnen einer Stunde durch die Tagesordnung.

Ich wärme Suppe weil ich friere, mein Handy glockt, ich ignoriere C und löffele.

C rufe ich im Stream zurück, dann ist das Arbeitszeit. C, schreibst du, das Protokoll, ich muss doch kochen. Nein, du hast das zugesagt. Die Kinder sind doch hier und meine Frau … Du bist doch Single, hast mehr Zeit. Mit Pflegekind, da ist auch zu Hause lernen angesagt, ich organisiere das. Aber ich bin doch Alleinverdiener und … Wie du dein Leben organisierst ist deins, für Aufgaben- und Arbeitszeitverteilung bin ich nicht zuständig.

Drei Stunden arbeite ich konzentriert und trinke Tee. Das Handy glockt, es ist meins, ich ignoriere kollegiale Anrufe und maile I mit der Bitte um ein Dienstgerät.

Ich packe ein, rupfe Feldsalat, schneide Petrasilie, packe schrumpelnde Äpfel ein.

E bittet mich vom Schlachter Leberwurst und Speck mitzubringen. Ich schüpfe in die Regenhose, schließe ab.

Mit Wasser allseits auf der Brille radele ich meiner Wege, auch zur Buchhandlung.

Zuhause duftet es nach Bohnensuppe. Ich lege mich trocken, bekomme Kaffee mit geschäumter Milch. Wir erzählen uns vom Tag, dann Löffeln wir.

K, gehen wir noch eine Runde unter dem großen Schirm, fragt U. Ich wundere mich und sage ja, auch wenn mein Schädel dröhnt.

K, ich habe mit N heute nicht nur gelernt, wir haben heute nach langen Merinounterhosen für mich geschaut, die sind echt teuer, aber so warm. Hast du die schon mal ausprobiert? Ich habe welche an von ihr, aber die schlabbern … Du wünscht dir welche? Mmh, aber sie will die bezahlen. Und? Du brauchst doch einen Zettel wegen Jugendamt. Ich kann auch ohne leben … wenn du dir warme Beine wünscht. Mhm, aber die in schwarz sind teurer als welche in pink, und? Ziehst du die an? Voll peinlich, nie. Na dann…

Wir drehen um, ich friere, freue mich an einem Becher Tee und bette mich, muss mich nicht kümmern, was die Drei noch tun …

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